Der Kalender auf Juden im Nürnberger Land: Die Gegenwart

Die Gegenwart ist die Fortführung der Bestrebungen, die gegen Ende des letzten Jahrhunderts aufkamen, jüdische Geschichte aufzuarbeiten, zu verstehen und die Fragmente zu konservieren. Obwohl sich in vielen deutschen Städten wieder lebendige jüdische Gemeinden entwickeln konnten, ist man sicherlich noch weit von der "Normalität" entfernt. Selbst heute stehen viele Menschen den deutschen Juden kritisch gegenüber. In vielen Gegenden gibt es oft nicht einmal Gedenktafeln für die niedergebrannten Synagogen und die deportierte jüdische Bevölkerung.
Aber es gibt auch positive Entwicklungen, die hoffen lassen. So ist sicherlich die erste Rabbinerweihe in Deutschland seit dem Ende der NS-Herrschaft zu nennen und die Einweihung der neuen Hauptsynagoge in München. Auch die Bausubstanz der noch erhaltenen Synagogen wird inzwischen konserviert - so sind die Gotteshäuser in Schnaittach und Ottensoos in einem sehr guten Zustand. Auch die Friedhöfe sind gepflegt, die Mahnmale um Hersbruck gewinnen ebenso immer weiter an Bedeutung.

2009 Die Mesusa des Forther Schulhauses taucht auf und wird der ev. Kriche gestiftet, wo sie auch verwahrt wird.
Die einzig bekannte Fotografie der Synagoge in Forth wird entdeckt.
2008 Im November beuscht Albert Kimmelstiel, einer der letzten überlebenden Juden aus Forth, seine Heimatstadt.
Am 9. November 2008 findet in Forth der erste Gedenkgottedienst anlässlich des Jahrestages der Pogromnacht statt.
2006 In Forth kommt die "Interessengemeinschaft Jüdische Geschichte" zu ihrem ersten Treffen zusammen.
2001 Erweiterung der Gedenkstätte am Hans-Sachs-Platz in Nürnberg.
2003 Die Wohnungen in der Ottensooser Synagoge werden geräumt, das Bauwerk ist nun Denkmal.
Shalom Europa - Der erste Bauabschnitt des Würzburger Begegnungszentrums wird seiner Bestimmung übergeben.
Im Rahmen von Shalom Europa wird auch die Würzburger Synagoge erweitert.
2006 Einer (von insg. neun) der verschollen geglaubten Schnaittacher Synagogenleuchter kehrt zurück.
2008 Ein weiterer Schnaittacher Synagogenleuchter taucht auf und wird dem Museum übergeben.