Die jüdische Gemeinde in Lauf a.d. Pegnitz

Lauf a.d. Pegnitz ist mit rund 26.000 Einwohnern die größte Stadt im Nürnberger Land. Der hübsche Ort liegt rund zwölf Kilometer östlich von Nürnberg.

Trotz der Bedeutung der Stadt für die Region sind Spuren jüdischen Lebens nicht mehr erhalten. Gesichert ist aber, dass es in Lauf eine jüdische Gemeinde gab - allerdings liegt dies schon mehrere Jahrhunderte zurück. So blieben alle Nachforschungen bisher ergebnislos. Etwa bis zum Ausbruch des 2. Weltkriegs haben wohl noch Juden in Lauf a.d. Pegnitz gelegt, doch wurden auch sie vermutlich mit den Transporten aus den umliegenden Gemeinden nach Nürnberg verschleppt. Von dort aus gingen Transporte in die Vernichtungslager des Ostens.

Ob es in Lauf jedoch eine Gemeinde mit Synagoge, Schule, Mikwe und anderen Einrichtungen des jüdischen Lebens gab, kann leider nicht mehr ermittelt werden. Straßen- oder Flurnamen sind nicht erhalten, ebenso gibt es keine gesicherten Hinweise auf sog. Judenhäuser oder Ghettos.

Den einzigen kleinen Beweis dafür, dass im Mittelalter Juden in Lauf gelebt haben, bietet der "Judenturm" in der Höllgasse 20. Dieses Bauwerk ist der mächtigste Turm in der Stadtmauer und heute noch sehr gut erhalten. Der Name selbst ist etwas verwirrend - hat er doch nur indirekt etwas mit den Laufer Juden zu tun.

Erbaut wurde der Turm um 1430. Angeblich waren an dieser Stelle zu jener Zeit jüdische Bürger ansässig, die für ihr Stadtrecht - wie damals durchaus üblich - hohe Schutzgelder zu entrichten hatten. Überliefert ist, dass die Stadtmauer teilweise aus diesen Schutzgeldern finanziert wurde [050].


Der Judenturm an der Höllgasse 20 in Lauf [051]

Der Name "Judenturm" könnte also auf ein Wohnviertel hinweisen. Als Wehrturm wurde die Eckbastion aber nicht bewohnt. Falls es jedoch wirklich ein Judenviertel gegeben hat, liegt die Existenz einer Synagoge oder zumindest eines Betsaals nahe.

In dem Standardwerk "Geschichte der Nürnberger Juden 1146-1945" [134] wird auch keine jüdische Gemeinde in Lauf erwähnt. Lediglich Handelsbeziehungen der mittelalterlichen Juden aus den umliegenden Städten und Gemeinden mit Laufer Bürgern sind bekannt. Die Rede ist auch von hausierenden Juden.



[050]
Quelle: Homepage der Tourist-Information Frankenalb http://www.frankenalb.de/news.asp?folder_id=1680&mainfolder_id=1699&news_id=188&letter=j&flashcheck=ok

[051]
Quelle: JiNL, Thomas Schlick, 2006, Weiterverwendung auf Anfrage

[134]
Quelle: Arndt Müller, Geschichte der Nürnberger Juden 1146-1945, Selbstverlag d. Stadt Nürnberg, 1. Auflage, 1968
Seiten 97, 99, 104, 111, 112, 120