Jüdische Bauwerke in Hüttenbach - Synagoge

Die große jüdische Vergangenheit Hüttenbachs spiegelte sich natürlich auch in entsprechenden Bauwerken wieder. Neben zahlreichen Häusern, die von jüdischen Bürgern bewohnt wurden, gab es auch eine Synagoge sowie ein Schulhaus. In einem Synagogenanbau war eine Mikwe untergebracht. In einem anderen Haus in der Bürgermeister-Roth-Straße, das sich bis 1938 im Besitz der jüdischen Familie Heiligenbrunn befand, entdeckte man 1988 ein wesentlich älteres Ritualbad.

Die Synagoge in Hüttenbach vor 1938 [086]


Theodor Harburger, ein Münchener Kulturhistoriker, stattete bei seiner Inventarisierung der bayerischen jüdischen Gemeinden in den zwanziger Jahren des vorherigen Jahrhunderts auch Hüttenbach einen Besuch ab. Er notierte seine Beobachtungen und Beschreibungen auf Karteikarten, die jedoch nie veröffentlicht wurden. Lediglich sein Fotoarchiv ist als dreibändiges Werk erhältlich. So bleiben Harburgers handschriftliche Notizen die einzige genaue Quelle der untergegangenen jüdischen Kultur in Hüttenbach. Leider sind die Aufzeichnungen nur schwer zu entziffern, aber dennoch ungemein aufschlussreich.

In Hüttenbach entstand die erste Synagoge im Jahre 1619. Direkte Überlieferungen zum Aussehen der Gebetsstätte gibt es leider nicht. Aber es gibt Anhaltspunkte. So schreibt die Pegnitz-Zeitung am 25. November 1995 [087]:

"[ ... ] Erst mit dem Bau der der neuen Synagoge 1844 erhalten wir Hinweise auf das Aussehen der älteren; dass sie auf dem nämlichen Platz blieb, dass sie weder kleiner noch größer war. Der Neubau war notwendig geworden, weil die alte Synagoge nicht mehr genügend Raum bot, der nun durch eine Galerie geschaffen werden sollte. Da die bisherigen Fachwerkwände aber diese neu zu errichtende Galerie nicht tragen konnten, wurden die Wände massiv aus Steinen aufgezogen. Den alten Dachstuhl konnte man wieder verwenden, da er noch gut erhalten war. [ ... ]"

Im Staatsarchiv Nürnberg befindet sich eine Akte, die den gesamten Bauprozess von der Idee bis zur Ausführung beinhaltet. Sogar das Programm zur Eröffnung inklusive der Liturgie ist darin enthalten. Darunter sind auch zahlreiche Briefwechsel, Anträge, Aufstellungen und Genehmigungen.

In Hinblick auf die Rekonstruktion der Synagoge besonders wichtig ist ein Situationsplan mit den Grundstücksverhältnissen, ein detailliertes Angebot zum Bau der Synagoge sowie ein Bauplan mit mehreren Ansichten.


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[086]
Quelle: aus Alberti, Volker; Gebhard, Horst; Gumann, Perry:
1140-1990. "Hüttenbach, Geschichte eines Dorfes", Hüttenbach, 1989
Original in Privatbesitz. Mit freundlicher Unterstützung des Jüdischen Museums Franken, http://www.juedisches-museum.org

[087]
Quelle: Aus einem Artikel von Lorenz Baumann in der Pegnitz-Zeitung, 25. November 1995