Jüdische Bauwerke in Forth - Die Synagoge

Die reiche jüdische Kultur und der für einen Ort dieser Größe sehr beachtliche Anteil jüdischer Bewohner, ließ eine ganze Reihe von Bauwerken entstehen, von denen jedoch heute nur noch Reste erhalten sind. Die Wohnhäuser gingen meist in Privatbesitz über oder werden von der Gemeinde genutzt. Synagoge, Mikwe und andere religiöse Einrichtungen sind zumeist verschwunden - von vielen Gebäuden existieren nicht einmal Fotos oder Aufnahmen.

Zentrale Bedeutung hatte natürlich die Synagoge. Zunächst verfügte Forth nur über einen Betsaal in einem Privathaus.
1724 errichtete man eine Synagoge auf der bayerischen Seite des Ortes, also im südöstlichen Teil von Forth. Der Standort der ehemaligen Synagoge ist heute an der Forther Hauptstraße 38 zu finden. Dabei handelt es sich um einen unbebauten Garten. Vor 1920 trug sie die Hausnummer 24. An dieser Straße, die ja auch die Grenze zwischen den beiden Ortsteilen darstellte, hatten die meisten Juden ihre Häuser.

Fehlende Bilder und bisherige Darstellungen

Bis vor Kurzem existierten keinerlei Bilddokumente von der Synagoge. Erst umfangreiche Recherchen und zahllose Gespräche mit Forthern förderten einige Fotos zu Tage. Diese kann wirklich als kleine Sensation betrachtet werden, da sich nun erstmal ein vollständiges Bild des Gebäudes ergibt.

Die bisher hier veröffentlichten Rekonstruktionen und Ansichten haben sich inzwischen teilweise als falsch erwiesen, dennoch waren sie auf Grundlage des damals vorhandenen Materials durchaus korrekt wiedergegeben. Einige der bisher zugrunde liegenden Maße, Pläne und Skizzen entstanden erst einige Jahre nach Kriegsende und waren daher z.T. ungenau. Die Fotos machen es nun möglich, einige Einzelheiten exakt zu bestimmen und die Rekonstruktionen anzupassen.


Die Synagoge nach unrealisierten Plänen

In den "Central Archives for the History of the Jewish People" lagern Aufzeichnungen des Kunsthistorikers Theodor Harburger, die einen recht anschauliche Beschreibung der Forther Synagoge geben. Zu diesen Materialien gehört auch ein undatierter Plan, der Innen- und Außenansichten liefert, z.B. auch die Anordnung der Sitzbänke. Diese Zeichnung ist, wie inzwischen bekannt wurde, nur ein Plan zum Umbau der Synagoge, der aber nie realisiert wurde.

Die Zeichnung ist dennoch von großer Bedeutung, weil sich daraus ebenfalls eine 3D-Darstellung ableiten lässt, die zeigt, wie das Gotteshaus hätte aussehen können. Die komplette Darstellung ist im Bereich "Bilder + Videos" zu finden und hier ist eine erste Ansicht [031]:


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Rekonstruktion nach Plänen der "Central Archive for the History of the Jewish People", JiNL